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Elektronische Liedermacherei, deutschsprachige Soulmusik, Pop mit Breitenwirkung: Ich+Ich haben zu einem Stil gefunden, der Schubladen sprengt.
Das Debütalbum des Duos vom April 2005 entwickelte sich zum Dauerbrenner. Dennoch gab es von Anfang an theoretisch genug gute Gründe, in jener Produktion einen einmaligen Glücksfall zu sehen. Immerhin ist Produzentin Annette Humpe Jahrgang 1950 und damit 29 Jahre älter als Sänger Adel Tawil, und eine dauerhafte Präsenz im Rampenlicht gehörte wohl noch nie zu ihren primären Lebenszielen.
Um so größer darf nun die Freude darüber ausfallen, dass sich das Duo abermals zusammengefunden hat und dass das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit in vielerlei Hinsicht noch überzeugender klingt als das Debüt. Sänger Adel Tawil zeigt noch mehr Profil und berührt mit nachdenklichen Soulnummern ebenso wie mit leichtfüßigem Pop à la »Nichts bringt mich runter«. Und Annette Humpe erweist sich abermals als Meisterin im Tonstudio, setzt aber auch, wie in »Ich atme ein, ich atme aus« oder im zerbrechlichen Track »Schütze mich«, vokale Akzente.
(Musikwoche.de)
Annette Humpe und Adel Tawil gelang mit dem gleichnamigen Debütalbum ihres gemeinsamen Projekts Ich+Ich vor zwei Jahren ein Überraschungstreffer. So unbeschwert und zugleich zeitgemäß kann Popmusik aus Deutschland klingen, ohne jemals in die Niederungen glattpolierter Chartsware hinabzusteigen. Humpe und Tawil bewahren auch auf dem Nachfolgewerk »Vom selben Stern« die fragile Balance aus nachdenklichen Balladen und lupenreinen Pop-Hymnen.
Ich+Ich stellen ihre eigenen Regeln auf und erfüllen damit doch genau die Erwartungen ihrer Fans. Die Bandbreite reicht diesmal von spartanisch instrumentierten, vom Tonfall fast schon sakralen Nummern wie »Schütz mich«, bei dem Annette Humpe als Sängerin glänzt, über federleichte Pop-Songs wie »Nichts bringt mich runter« bis hin zu soundtechnisch fast schon typischen Tracks wie der ersten Single Vom selben Stern, mit dem das Album eröffnet wird.
Ich+Ich haben auch diesmal wieder viel neues ausprobiert ohne die bewährten musikalischen Bahnen dabei zu verlassen. Ein Song wie »Wenn ich Tot bin« wäre in dieser Form auf dem Debüt allerdings noch nicht möglich gewesen. Hier zeigt sich, dass gerade Adel Tawil sich in den letzten zwei Jahren als Sänger enorm weiterentwickelt hat. Und auch eine Nummer wie »Junk«, der wohl bemerkenswerteste Titel des ganzen Albums, verpackt seine Kritik an der Konsumgesellschaft eben nicht in platte, wohlfeile Wortspiele, sondern wird mit Zeilen wie »Hör auf zu konsumieren! Hör auf zu funktionieren« mehr als deutlich.
Das Duo aus Berlin hat mit »Vom selben Stern« ein Werk geschaffen, das trotz der eingängigen Elektronik-Sounds und Gesangsharmonien, über einen beachtlichen Tiefgang verfügt. Selbst ein zartbitterer, von einer wundervollen Melodie getragener Song wie »Stark«, hat da textlich eben weit mehr zu bieten, als nur die üblichen Allgemeinplätze.
(Norbert Schiegl, Amazon )
Alle Songs und Extras auf dem Album »Vom selben Stern« von Ich+Ich:
1. Vom selben Stern
2. Junk
3. Stark
4. Schütze mich
5. Nichts bringt mich runter
6. So soll es bleiben
7. Mach dein Licht an
8. Dämonen
9. Ich atme ein, ich atme aus
10. Brücke
11. Ich fürchte mich
12. Trösten
13. Wenn ich tot bin
14. Ich+Ich/Vom selben Stern – Desktopplayer
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