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»Taking Chances« ist Céline Dions erstes englischsprachiges Album seit »One Heart« aus dem Jahre 2003. »Taking Chances« ist als Album und als »Deluxe Edition CD/DVD« erhältlich. (Columbia Records)
Für gewöhnlich sind Alben von Céline Dion mit Hits gespickt wie eine prächtige Rehkeule, so auch dieses. Doch noch weitaus bemerkenswerter ist die Fähigkeit der Kanadierin mittels legendärer Fluchten nach vorne ihr Publikum zu überraschen. Als beispielsweise ihr Mann vor Jahren an Krebs erkrankte, schrieb sie mit eisernem Willen ein Buch darüber und liefert mit einer »Best Of«-CD die passende musikalische Untermalung dazu, die es prompt zu Platin-Ehren brachte. Ihr Händchen dafür, im rechten Augenblick genau das Richtige zu tun, beinhaltet auch den Mut zur Veränderung.
Céline Dions Album »Taking Chances« ist hierfür bester Beleg. Es setzt, genau wie der letzte Vorhang auf der »Colosseum Stage« des legendären Cesars Palace in Las Vegas, eine deutliche Zäsur: Fünf Jahre ausverkaufter Vorstellungen ihrer Show »A New Day« sind nun vorüber, die Zeit für Neues ist gekommen. Was könnte besser geeignet sein, als ein seit vier Jahren erstmals wieder englischsprachiges Album mit ungewöhnlichen musikalischen Inhalten, um einen neuen Karriereabschnitt einzuläuten?
»Taking Chances« führt gekonnt den eingeschlagenen Kurs der Kontraste fort; von der Schönen und dem Biest, über die Heulsuse auf der Titanic, dann als Interpretin anspruchsvoller Lyrik von Schriftstellerinnen und Autorinnen, bis hin zur Rock-Lady mit L’Oréal-Mähne. Die Stücke selbst stammen zwar nicht aus Céline Dions eigener Feder, doch hat sie mit sicherem Gespür insgesamt 21 Produzenten und Songwriter unter jenen herausgepickt, die Schlange stehen, um sie jederzeit mit Songmaterial zu versorgen.
Dave Stewart von den Eurythmics beispielsweise steuerte den Titelsong »Taking Chances« bei und lässt tatsächlich für einen kurzen Moment den Eurythmics-Klassiker »Here Comes The Rain Again« wiederauferstehen. Weiteres Highlight des Albums ist eine verblüffende Janis Joplin Reproduktion mit dem Titel »That’s Just The Woman In Me«, interpretiert mit einer überraschenden Wandlungsfähigkeit, über die sich René Angélil nicht nur in seiner Funktion als ihr Manager, sondern auch als Ehemann freuen dürfte.
Obwohl rockiger als gewöhnlich, macht das Album »Taking Chances« dennoch keinesfalls Anstalten, Fans zu vergraulen, denn Vielseitigkeit ist auf diesem Album Trumpf. Neben Elementen des Folk (»Right Next To The Right One«) und sogar Dance (»Shadow Of Love«) befinden sich wieder jede Menge Balladen auf der Scheibe, darunter »Song For You« und »I Got Nothin’ Left«. Am Beeindruckendsten aber ist Céline Dion in ihrer Verwandlung von Dr. Jekyll in Ms. Hyde, etwa auf der Cover-Version des Stücks »Alone« der Hardrock-Band Heart, ein Song, bei dem ihr Mann eigentlich fast ein wenig Grund hätte, sich mit freudigem Gruseln zu fragen: »Ist das tatsächlich meine Frau?«.
(Andreas Schultz, Amazon )
Alle Songs und Extras auf dem Album »Taking Chances« von Céline Dion:
1. Taking Chances (Album Version)
2. Alone
3. Eyes On Me
4. My Love
5. Shadow Of Love
6. Surprise Surprise
7. This Time
8. New Dawn
9. A Song For You
10. A World To Believe In
11. Can´t Fight The Feelin´
12. I Got Nothin’ Left
13. Right Next To The Right One
14. Fade Away
15. That´s Just The Woman In Me
16. Skies Of L.A.
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