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Saad El-Haddad lernte schon früh sich auf der Straße zu behaupten. Als er im November 1985 in Beirut das Licht der Welt erblickt, tobt in seinem Heimatland Libanon ein erbitterter Bürgerkrieg. Im Alter von zehn Jahren muss Saad, um zu überleben, mit seiner Familie fliehen. Sie landen in Deutschland. »Es war harte Zeit«, erinnert sich Saad. »Wir hatten nichts. Wir lebten in einem kleinen Container ohne Heizung und hatten kaum etwas zu essen. Trotzdem wollte ich es unbedingt schaffen«. Dieser eiserne Wille trieb ihn immer weiter an. Die deutsche Sprache lernte er nicht in der Schule, sondern indem er ein ausrangiertes Wörterbuch auswendig lernte. »Was blieb mir schon übrig?«, erinnert sich Saad. »Meine Lehrer kümmerten sich nicht um mich. Ich musste mir also selbst helfen«.
Als Saad durch einen Wink des Schicksals Bushido kennen lernte, war dieser sofort vom Talent des mittlerweile 19-jährigen begeistert und nahm ihn unter Vertrag. Ihr gemeinsames Album »Carlo Cokxxx Nutten II« stieg 2005 überraschend auf Platz 3 der deutschen Album-Charts ein. Sein Debütalbum »Das Leben ist Saad«, das ein Jahr später erschien, erreichte ohne Videorotation einen sensationellen Platz 15 in den Charts und etablierte Saad endgültig als feste Größe in der deutschen HipHop-Szene.
Zurück in die Gegenwart. »Ich habe lange überlegt, über welches Thema ich in meiner neuen Single reden soll«, erzählt Saad. »Aber dann kam Roland Koch mit seiner absurden Wahlkampfstrategie und versuchte, den Ausländern den schwarzen Peter für die angebliche Misere in Deutschland zuzuschieben. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen«. Der Song »Regen« greift also die aktuelle Thematik der ansteigenden Jugendgewalt unter Ausländern auf, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger auf sie zu deuten ganz im Gegenteil. »Ich habe meinen deutschen Pass nur bekommen, weil ich Rapper bin, also Steuern zahlen kann. Ich liebe Deutschland und bin dankbar, dass dieses Land mich und meine Familie aufgenommen hat. Deswegen bewegt es mich sehr, wenn wir in dieser Debatte oft nur als asoziale Schläger abgestempelt werden«, so Saad. Mit ihrer Single finden Saad und Bushido zwar auch keine Lösung, aber darum ging es ihnen auch nie. »Wir wollen einfach nur unsere Sicht der Dinge schildern«, sagt Saad abschließend. »Wir repräsentieren schließlich diese Straße, die der Regen gerne säubern würde«.
(Ersguterjunge)
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