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18 Jahre. Sechs Studio-Alben. Drei Live-Alben. Eine Best Of. Zusammen über sechs Millionen verkaufte Tonträger. 40 Musikvideos, 650 Konzerte, dabei allein eine Million Zuschauer in den letzten 30 Monaten. Die Fantastischen Vier war die erste HipHop-Band der Welt, die mit einem rein akustischen, 17-köpfigen Orchester auf Tour ging. Und jetzt? »Fornika«. Nummer sieben. Überraschend schnell. Entstanden bei gemeinsamen Badesitzungen im feuerbeheizten Waschzuber auf Thomas Ds Mars, in Text-Sessions auf Juist, in Berliner Hotelzimmern oder in kreativer Autarkie auf einer Hütte in Egg im Vorarlberger Land. Immer dabei: Rauchwaren, Hunde, Champagner, Golfschläger. Aufgenommen in Stuttgart, Berlin und der Eifel. Befreundete Produzenten und kuriose Gäste. Von Thomilla bis Münchener Freiheit. Kreative Voll-Freiheit. Und für Dich immer noch Fanta Sie. (Columbia Records)
Die Superhelden der deutschen Szene spielen in ihrer eigenen Liga. Um so schöner, wenn das Ergebnis auch dem Rest der Welt zusagt.
Mit ihrem siebten Studioalbum »Fornika« schöpfen die Fantastischen Vier musikalisch aus dem Vollen. Die Frage, ob sie überhaupt noch HipHop machen, ist da eine rein akademische. Denn von Genregrenzen lassen sie sich nicht einengen, und wer sich die 13 höchst unterschiedlichen Tracks dieses Albums anhört, muss sich keine Gedanken über stilistische Spitzfindigkeiten machen.
Das musikalische Spektrum auf »Fornika« ist noch breiter geworden. Die Texte umkreisen politische Befindlichkeiten genauso wie selbstreferentielle Sprachwitze – etwa im Stück »Nikki«, bei dem alte NDW-Klassiker dafür herhalten müssen, um einen Nikki-Pullover, Niki Lauda und Nicole Richie miteinander zu verbinden. Spaßige Kiffersongs stehen unvermittelt neben düsteren Selbstzweifeln, Oldschool-HipHop-Beats treffen auf flotten Pop der Achtziger oder R&B-Handclaps. Kein Zweifel: Smudo, Thomas D., Michi Beck, Andy Ypsilon haben erneut ein Meisterwerk produziert – etwas, was ihnen viele Kritiker schon nicht mehr zugetraut hatten.
(Musikwoche)
Einmal HipHop, immer HipHop, das kann auf Dauer ganz schön langweilig werden, sagten sich wohl die Die Fantastischen Vier. Das neue Album Fornika kommt fast ohne die charakteristischen Samples aus, beschwört auf vielen der 13 Stücke den Synthi-Pop der 80er. Klar, es wird weiterhin auf Deutsch gerappt, aber auch hier regiert das Spiel mit Melodie und Chor, und statt Nonsense-Reimen oftmals Doppelsinniges und Lakonisches. Fanta 4 stellen sich der Herausforderung ins Erwachsenenfach zu wechseln auf durchaus hohem Niveau.
Als Kontast zum Text zu »Mehr nehmen« über die Nimmersatt-Gesellschaft, meldet sich auf der ersten Single »Ernten was wir säen« der Zukurzgekommene zu Wort. Überraschenderweise mischt hier in den Gesangslinien die Münchner Freiheit mit und garantiert für einen Ohrwurm. Als Hintergrundstimme für das Liebeslied »Einfach sein« konnten Fanta 4 sogar Herbert Grönemeyer gewinnen. »Yeah Yeah Yeah« kann man als Abgesang auf die Spaß-Party-Gesellschaft verstehen. Falco-Rap und Neue-Deutsche-Welle-Schnipsel machen aus »Nikki war nie weg« eine echte 80er-Jahre-Hommage, während es auf dem Titelstück mit der Stimme des Autors Günther Amendt richtig mystisch zugeht.
Der Zorn über die Erkenntnis »wir sind wie unsere Alten« löst sich auf »Du mich auch« in einem lustigen Quengel-Chor auf, und bei »Du und Sie und Wir« gehts um Konkurrenz, aus der irgendwann einmal Liebe wird. Klingt Thomas D. auf »Flüchtig« zu Gitarre und Synthesizer schon sehr in sich gekehrt , bestimmt Wehmut das Schlussstück »Was bleibt« zu perkussiv verstärkten Tribal-Chören. Alles in allem nicht so schnell eingängig, aber bestimmt auch nicht so schnell abgenutzt. Auf dem »Fornika Premium Edition Digipack« gibts noch zwei Videos zu sehen.
(Ingeborg Schober, Amazon )
Alle Songs auf dem Doppel-Album »Fornika« von »Die Fantastischen Vier«:
1. Mehr nehmen
2. Ernten was wir säen
3. Einfach sein
4. Yeah yeah yeah
5. Nikki war nie weg
6. Fornika
7. Du mich auch
8. Mission Ypsilon
9. Ichisichisichisich
10. Einsam und zurückgezogen
11. Flüchtig
12. Du und sie und wir
13. Was bleibt
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