»Pazar – Der Markt« ist ein Drama um einen kleinen Händler am Rande der Türkei, der in Zeiten der Globalisierung unter die Räder kommt. Im Osten der Türkei in den neunziger Jahren versucht ein kleiner Händler zwischen Tradition und Moderne mit nicht ganz erfolgreichen Tricks Geschäfte zu machen. (VideoMarkt)
Mihram lebt in einem rückständigen Eck der Türkei. Seine Geschäft gehen schlecht. Ein Handyladen soll Erfolg bringen. Vorher muss er aber bei der lokalen Telefongesellschaft eine Lizenz kaufen, die er sich nicht leisten kann. Da schlägt ihm die Ärztin vor, Impfstoff aus dem Nachbarland zu besorgen und sie gibt ihm Geld dafür. Doch seine Spielleidenschaft macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Am Ende muss er die benötigten Medikamente aus einer Krankenhausapotheke entwenden, um in seinem Dorf nicht das Gesicht zu verlieren. (Blickpunkt:Film)
Den Engländer Ben Hopkins zieht es nach seiner Dokumentation »37 Uses for a Dead Sheep« erneut in eine karge Gegend, wo die Tradition wackelt, die Moderne aber noch nicht angekommen ist. In seinem Drama schildert er, wie ein kleiner Händler in den neunziger Jahren unter die Räder der Globalisierung gerät. Für seine Performance wurde Hauptdarsteller Tayanc Ayaydin mit einem Leoparden in Locarno ausgezeichnet. (VideoWoche)
»Pazar – Der Markt« ist die bewegende Geschichte eines Mannes im Osten der Türkei. Nach seiner Dokumentation »37 Uses for a Dead Sheep« zieht es den englischen Regisseur Ben Hopkins erneut in den Osten der Türkei. Dort inszeniert er eine kleine, allegorische Geschichte um einen Mann, der versucht seiner Familie ein besseres Leben zu verschaffen. Oft erinnern die spartanischen Bilder in den ebensolchen Landschaften an Filme aus dem Iran, doch lässt sich die Geschichte bemerkenswerterweise auch als verklausulierte Globalisierungskritik lesen. (Arthouse)
Anfang der 90er-Jahre, in einem Provinznest irgendwo im Osten der Türkei. Mihram ist ein gewitzter Händler, der im Ruf steht, alles besorgen zu können, was von seinen Kunden angefragt wird. Und doch reichen die kleinen Geschäfte kaum, um das Nötigste für sich und seine kleine Familie zu verdienen. Neue Geschäftsideen hat er viele, aber nie genug Kapital, um sie zu verwirklichen.
Als ihn eines Tages die Ärztin des Krankenhauses beauftragt, dringend benötigte Medikamente jenseits der Grenze in Aserbaidschan zu besorgen, wittert Mihram eine Chance, die sein Leben verändern könnte. Denn bezahlt wird im Voraus – und warum sollte man mit dem Geld für die Medikamente vorher nicht noch ein einträgliches Geschäft machen?
Doch Mihram hat zweierlei übersehen: Die lokale Konkurrenz, die mit weniger Skrupeln vorgeht als er, und die undurchschaubaren Regeln des neuen Marktes, in dem die Preise nicht immer Verhandlungssache sind.
»Pazar – Der Markt« erzählt die ewige Geschichte vom kleinen Händler, vom Handeln und Verhandeln, vom Leben und Überleben. Der Film schlägt den Bogen von den orientalischen Händlern uralter Erzählungen über Mutter Courage bis in unsere Zeit der Globalisierung, in der die Warenwirtschaft alle Lebensbereiche zu durchdringen scheint. Mit Witz, Herz und Verstand hat Ben Hopkins einen Film geschaffen, der das außergewöhnliche Potential seiner Darsteller, allen voran Tayanç Ayadin und Genco Erkal, voll nutzt. »Pazar – Der Markt« entfaltet sich in ruhigen Einstellungen, wunderbar fotografiert von Konstantin Kröning und in einem Rhythmus von eigenartiger Sogwirkung, montiert von Ben Hopkins’ langjährigem Cutter Alan Levy.