»Matrix Revolutions« ist das finale Kapitel der »Matrix«-Trilogie – die aufwändigste Science-Fiction-Materialschlacht, die Zion je gesehen hat. Nach zwei traumatischen Kinoabenteuern rüstet der unfreiwillige Cyber-Messias Neo (Keanu Reeves) zum finalen Kampf. Während sich in der einzig noch existierenden Menschensiedlung die Bewohner mit letzter Kraft und im Schulterschluss mit Robotern gegen die Maschinen zur Wehr setzen, begibt sich der Held zusammen mit Trinity (Carrie-Anne Moss) ins Maschinen-Megalopolis, um dort den langersehnten Frieden zu erkämpfen. Derweilen klont sich der fiese Agent Smith (Hugo Weaving) pausenlos und stellt sich schließlich als letzter verbliebener Rivale gegen den Weltenretter. (Blickpunkt:Film)
Bei »Matrix Revolutions«, der Auflösung ihrer immens erfolgreichen Sci-Fi-Trilogie, verlassen sich Andy und Larry Wachowski weitgehend auf die Macht der Bilder. Von Joel Silver produziert und in Sachen Produktionsdesign bzw. Effekten ungeschlagen, lässt das fulminante Epos »Matrix Revolutions« dem Zuschauer kaum eine Atempause. Dass dabei Klasse-Schauspieler wie Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving zu Statisten verkommen, sei verziehen – Millionen »Matrix«-Fans haben sich davon nicht stören lassen. (VideoWoche)
Die letzte Schlacht gegen die Maschinen kämpfen Neo (Keanu Reeves), der Auserwählte, Rebellionsführer Morpheus (Laurence Fishburne) und ihre Verbündeten – ein Krieg, der in den Ruinen der realen Welt geführt wird, der das Schicksal der Menschheit besiegelt und dessen Sieg in den Händen von Neo liegt, der seinerseits eine Reihe von Überraschungen zu erwarten hat. (Warner Bros. Pictures)
»Matrix Revolutions« – it´s all about love: Die Liebe steht im Mittelpunkt des zweiten Nachladens des einflussreichsten Films der letzten Jahre. Anders als von Produzent Joel Silver immer wieder angekündigt, ist der letzte Teil der »Matrix«-Saga allerdings weniger ein revolutionärer Filmevent, der zum Setzen neuer Maßstäbe in der Lage wäre. Vielmehr erweist sich der abschließende Kampf zwischen Menschheit und Maschinen vor allem als filmischer Kraftakt, der durch schiere Gigantomanie und muskulöse Produktionsleistung unbedingt Bewunderung abringt. Gleichzeitig wirken geschwätzige, hölzerne Dialoge und die ebenfalls schon bei »Matrix Reloaded« erkennbare Tendenz, sich selbst eindeutig zu ernst zu nehmen, ohne etwas wirklich Bedeutsames zu sagen zu haben, der Gesamtwirkung der Saga empfindlich entgegen.
Unmittelbar setzt »Matrix Revolutions« an »Matrix Reloaded« an, ist großes Finale all dessen, was man im zweiten Teil an Spannung aufgebaut, an Fragen gestellt und an Handlungsfäden in Position gebracht hat. Doch nicht nur inhaltlich liegt der Schatten des Vorgängers auf den Bildern des neuen Films: Obwohl »Matrix Reloaded« mit 4,7 Millionen Besuchern allein in Deutschland (und einem weltweiten Einspiel von etwa 740 Millionen Dollar) alles andere als eine Enttäuschung war, ist der Ruf der Unfehlbarkeit und Originalität, den sich die Brüder Andy und Larry Wachowski mit dem furiosen Auftakt der Trilogie vor vier Jahren erworben haben, dahin: War »Matrix« ein frischer Wind in einem ausgereizt scheinenden Genre, erwies sich das aufgemotzte Sequel vor einem halben Jahr als schwerfälliges, bedeutungsschwangeres und selbstgefälliges Update, das erst in der zweiten Hälfte richtig Fahrt aufnahm. »Matrix Revolutions« ist nun noch sakraler, ernster und eindeutig konventioneller ausgefallen, nimmt sich noch wichtiger, ist Götterdämmerung und Actionoverkill in einem.
Je mehr Antworten der Film auf all die drängenden Fragen gibt, desto mehr blättert der Lack ab, desto mehr wird bewusst, dass das Genie von »Matrix« vor allem darin lag, wie Lösungen verweigert und Geheimnisse aufgebaut wurden. Gleichzeitig lasten die Wachowski-Brüder ihren Figuren so viel Endzeit-Message auf die Schultern, dass sämtliche Lebendigkeit aus ihnen gewichen zu sein scheint. Dankbar sind die Rollen nicht, die die Darsteller da mit starren, stets unendliche Entschlossenheit ausdrückenden Gesichtern verkörpern müssen: Aus der einstmals idealen Identifikationsfigur Neo, mit der man die Mysterien der Matrix entdecken durfte, ist ein farbloser Hohepriester geworden, der sich wie eine Schachfigur auf dem Brett seiner Bestimmung entgegen bewegt.
Bei allen deutlich erkennbaren Schwächen ist aber genau dieses Brett, die Spielfläche der große Stolz von »Matrix Revolutions«: Wie die Vorgänger sieht auch der Abschluss der »Matrix«-Saga atemberaubend aus, wurde die Action mit unfassbarem logistischen Aufwand auf die Leinwand gebannt. Wenn nach etwa 60 Minuten die große Schlacht um Zion, der Zuflucht der letzten nicht versklavten Menschen, beginnt und sich die Sentinels unablässig durch die durchbrochenen Wände ergießen, ist die umständliche Exposition der Geschichte endgültig Makulatur: Jetzt geht es ans Eingemachte.
Während sich die Menschen mit mit Feuerwaffen ausgestatteten Robotern gegen die unausweichliche Niederlage stemmen, machen sich ein geblendeter Neo (Keanu Reeves) und seine Liebe Trinity (Carrie-Anne Moss) auf in Richtung Maschinenstadt, um dort unter Einsatz ihres Lebens einen Frieden herbei zu führen. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem sich munter weiter replizierenden Agent Smith (Hugo Weaving) zu, der sich als »negativer Zwilling« Neos entpuppt. So ist es kein Zufall, dass die allerletzte Auseinandersetzung zwischen Neo und Smith stattfindet – ein Duell von metaphysischen Ausmaßen, das aussieht, als habe man einen Kung-Fu-Kampf mit dem Showdown von »Hulk« gekreuzt.
An Schauwerten fährt »Matrix Revolutions« wirklich alles auf, was man sich in Hollywood für Geld kaufen kann. An purer apokalyptischer Kakophonie ist der Film nicht zu überbieten. Wenn Fans vom »Matrix«-Finale dennoch nicht restlos überzeugt sein sollten, dann könnte es daran liegen, dass die Klammer zwischen ihrer hohen Erwartungshaltung und der Banalität der von den Wachowski-Brüdern gegebenen Antworten zu weit auseinander klafft.