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»Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Bis Solingen ist er nicht gekommen. Aber fünfundzwanzig Kilometer weiter östlich, im Zeltlager in Lüdenscheid, schien die Weltrevolution bereits geglückt.« (Richard David Precht)
Ein Kind der 68er erinnert sich an seine sozialistische Erziehung. »Meine Eltern«, erinnert sich Richard David Precht, »haben mich auf eine Gesellschaft vorbereitet, die nie kam.« Seine Kindheit verbrachte der 1964 in Solingen geborene Bestsellerautor (»Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?«) in einer Art sozialistischem Paralleluniversum. Seine Eltern schwärmten für die DDR und adoptierten vietnamesische Waisenkinder. Coca-Cola und »Raumschiff Enterprise« waren verpönt, und in den Ferien ging’s nach Lüdenscheid, ins Zeltlager der DKP. »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« ist eine anekdotenreiche Zeitreise in die ideologisch gefärbten Jahre der antiautoritären Erziehung. (Cinema)
Ein Kind von Marx und Coca-Cola: Richard David Precht lässt seine Kindheitserinnerungen nach der Buchform nun auch im Kino Revue passieren und führt schwer unterhaltsam durch die kuriose Zeitgeschichte. »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« ist ein Dokumentarfilm, der auf höchst unterhaltsame Weise einen Beitrag zur aktuellen 68er-Debatte liefert, indem er sich Richard David Prechts gleichnamigen Kindheitserinnerungen annimmt. (VideoMarkt)
Ein weitere Beitrag zur derzeitigen 68er-Debatte: Richard David Precht erzählt aus seiner Kindheit als sich seine Eltern gegen den Mief der BRD und den Imperialismus des Westens stemmten. Sie beschränkten ihre Vision eines besseren Lebens nicht nur auf revolutionäres Gedankengut, sondern setzten sie in der eigenen Familie mit Coca-Cola-Verbot um. Sie gehörten auch zu den ersten Deutschen, die Kriegswaisen aus Vietnam adoptierten. Kapitalismus war böse, Sozialismus gut. Dieses Mantra widerlegt Precht spielend, indem er fröhlich zeigt, wie vernagelt auch die linke Ideologie war. (Blickpunkt:Film)
Mit Hilfe von Regisseur André Schäfer bringt Autor Richard David Precht (»Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?«) seine gleichnamigen Kindheitserinnerungen auf die große Leinwand und spannt dabei den Bogen vom DKP-Zeltlager bis zum Mauerfall, wobei ihn der von ihm selbst gesprochene Off-Kommentar unterstützt. Zwischen privater Biografie und Weltgeschichte öffnet sich ein Spannungsfeld, in dem sich unzählige humorvolle Anekdoten tummeln, aber auch ein gewisser Wehmut umgeht. Von der Kindheit bis zur Reife entdeckt er alle Widersprüche und Absonderlichkeiten, die seinem Leben einen hohen Unterhaltungswert geben und obendrein historisch so einiges erhellen. (VideoWoche)
Mit Hilfe von Regisseur André Schäfer bringt Autor Richard David Precht seine Kindheitserinnerungen »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« auf die große Leinwand und spannt dabei den Bogen vom DKP-Zeltlager bis zum Mauerfall, wobei ihn der von ihm selbst gesprochene Off-Kommentar unterstützt. Zwischen privater Biografie und Weltgeschichte öffnet sich ein Spannungsfeld, in dem sich unzählige humorvolle Anekdoten tummeln, aber auch eine gewisse Wehmut umgeht. (CinemaxX CineNews)
»Lenin kam nur bis Lüdenscheid« ist ein amüsierter Blick auf eine Kindheit in einer linksradikalen Familie. Im Dokumentarfilm »Lenin kam nur bis Lüdenscheid – Meine kleine deutsche Revolution« wagen André Schäfer und Richard David Precht, Autor des gleichnamigen Bestsellers, einen amüsierten Blick auf Prechts Kindheit in einer linksradikalen Familie tief in der westdeutschen Provinz. »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« ist ein gutgelaunter Film mit hohem Wiedererkennungsfaktor für alle, die ‘68 als Kinder oder Eltern erlebten. (Arthouse)
Retrospektive Schadenfreude zeigt sich, wenn Archivbilder kommentierend eingesetzt werden, wenn etwa das kindliche Schwärmen von der technischen Überlegenheit der Sowjetunion von Bildern des Absturzes einer Tupolew 144 begleitet wird. Natürlich geht es dabei um das Aufzeigen ideologischer Brüche und Desillusionierungen. (Stuttgarter Zeitung)
Geboren in einer Zeit, die von politischen Umwälzungen in Deutschland und der ganzen Welt geprägt ist, erinnert sich Richard David Precht an den sozialistischen Kosmos seiner Kindheit: Seine Solinger Familie erschafft ein kleines linkes Universum inmitten kapitalistischen Feindeslandes. Vater Precht liest Marx und Engels, während Sohn Richard diese Rauschebärte mit Tiervater Brehm verwechselt. Der Junge entwickelt eine ganz eigene Weltsicht, in der etwa die DDR ein riesiger und paradiesischer, durch eine hohe Mauer geschützter Zoo ist. Mutter Precht trennt scharf zwischen Gut und Böse, Sozialismus und Kapitalismus; so ist Coca-Cola zu Hause ebenso verpönt wie Raumschiff Enterprise. Richard und seine Geschwister, von denen zwei aus Vietnam adoptiert wurden, dürfen aber Asterix lesen, weil das französisch, also irgendwie subversiv ist und die Römer die Besatzer sind, also ähnlich wie die Amerikaner.
Im 40. Jubiläumsjahr der »68er« rückt der kindliche, unverklärte Blick des Kindes die Bewegung der 68er in ein neues, ebenso unterhaltsames wie erhellendes Licht. Der Film ist eine liebevolle Auseinandersetzung mit der Wucht idealogischer Erziehung, die zwar fortschrittlich daherkam, aber ein Kind nicht wirklich auf die Zukunft vorbereitete. Mit ironischem und selbstironischem Blick zeichnen der Autor Richard David Precht und der Kölner Dokumentarfilmregisseur André Schäfer eine Kindheit in der westdeutschen Provinz nach – und bringen die großen Ereignisse jener Jahre in ganz andere, kleinere und sehr private Zusammenhänge.
Die privaten Erinnerungen der Familie Precht werden um zahlreiche Archivschätze ergänzt: Bilder der Solinger Provinz, aus Vietnam, Berlin, vom DKP-Zeltlager in Lüdenscheid und schließlich vom Mauerfall und dem Erwachsenwerden, wo diese Geschichte endet.
(W-film Filmproduktion)
Richard David Precht, geboren 1964 in Solingen, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln und promovierte über Robert Musil. 1997 war er Arthur F. Burns Fellow bei der Chicago Tribune und erhielt 1999 das Heinz-Kühn-Stipendium. Im Jahr 2000 war er Fellow am Europäischen Journalistenkolleg in Berlin. Im gleichen Jahr erhielt er den Publizistik-Preis für Biomedizin. 1997 veröffentlichte Precht »Noahs Erbe«, ein essayistisches Sachbuch. 1999 folgte zusammen mit seinem Bruder Georg der Roman »Das Schiff im Noor« und 2003 der Roman »Die Kosmonauten«. Prechts autobiografisches Buch »Lenin kam nur bis Lüdenscheid« über seine Kindheit in den 70er-Jahren erschien 2007 und wurde 2008 von André Schäfer verfilmt. Mit seinem Buch »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« landete er auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.
Seit 1995 arbeitet Richard David Precht als freier Journalist für die FAZ, Die ZEIT und Literaturen, wo er regelmäßig zu Themen aus Kultur, Medien, Philosophie und Ethik schreibt. Darüber hinaus hat er für den WDR und den Deutschlandfunk größere Beiträge zu gesellschaftspolitischen Themen und Fragen der Praktischen Ethik verfasst. Precht erhielt für seine journalistischen Arbeiten diverse Auszeichnungen. Er lebt in Köln und in Luxemburg.
(Goldmann Verlag, W-film Filmproduktion)
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