1. Cholesterin ist generell schädlich
Falsch!
Cholesterin (Blutfett) ist ein für Menschen und Tiere lebenswichtiger biochemischer Naturstoff, der in nahezu allen Geweben des Körpers vorkommt und in allen Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs enthalten ist. Beim Menschen wird Cholesterin hauptsächlich im Körper selbst hergestellt und nur zu einem geringen Teil mit der Nahrung aufgenommen.
Cholesterin schützt Zellmembrane und Nerven, ist Ausgangssubstanz von Gallensäuren, die wir zur Fettverdauung brauchen, wird für die Bildung von Hormonen gebraucht, hilft bei der Bildung von Vitamin D, unterstützt das Immunsystem, schützt die Haut und beeinflusst unseren Gemütszustand. Kurz: Auf Cholesterin kann der Körper nicht verzichten.
2. Zuviel Cholesterin schadet der Gesundheit!
Umstritten!
»Schluss mit der Cholesterin-Hysterie« fordert beispielsweise Walter Hartenbach in seinem Buch »Die Cholesterin-Lüge - Das Märchen vom bösen Cholesterin«. Er behauptet, den Beweis dafür führen zu können, dass die gefürchteten Volkskrankheiten Arteriosklerose und Herzinfarkt nichts mit hohen Cholesterinwerten zu tun haben.
Auch viele andere Fachleute geben inzwischen Entwarnung: Angeblich gibt es keinen Grund dafür, auf Butter, Wurst oder das tägliche Frühstücksei zu verzichten, aus Angst vor einem erhöhten Cholesterinspiegel. Selbst eine überwiegende Ernährung mit tierischen Fetten ließe den Cholesterinspiegel nicht wesentlich steigen.
Dem widersprechen neben der Pharmaindustrie auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DifE) und viele andere Ernährungsexperten und Wissenschaftler. Neuere Untersuchungen belegen zudem, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung zu den so genannten »Hyper-Respondern« zählt. Der Körper dieser Menschen reagiert offensichtlich stärker auf Cholesterin in der Nahrung, als bisher angenommen.
3. Ein zu hoher Cholesterinspiegel muss gesenkt werden!
Umstritten!
Cholesterinsenkung ist ein Milliardengeschäft, aber nach Erkenntnissen von einigen Fachleuten angeblich völlig unnötig, schädlich und in vielen Fällen sogar lebensgefährlich.
Einige wissenschaftliche Studien zu Cholesterin senkenden Medikamenten weisen darauf hin, dass Blutfettsenkung Aggressionen und Risikobereitschaft fördert. So hat eine amerikanische Forschergruppe von der Universität Pittsburgh schon 1990 herausgefunden, dass Patienten, deren Blutfettwerte gesenkt worden waren, öfter als andere tödlich verunglückten, Selbstmord begingen oder Opfer von Gewaltverbrechen wurden. Das Reduzieren eines vermeintlich zu hohen Cholesterinspiegels könnte also zusätzliche Gefahren bergen.
Der Fall »Lipobay«:
Der Fall »Lipobay« begann 1997 als Erfolgsgeschichte: Bayer machte mit dem Cholesterinsenker Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Weltweit nahmen sechs Millionen Menschen »Lipobay«. Doch schon im ersten Jahr nach der Zulassung wurden Berichte über schwere, in Einzelfällen sogar tödliche Nebenwirkungen bekannt. Allein in Deutschland starben sieben Patienten. Bayer nahm Lipobay im August 2001 vom Markt.
4. Studien zu Cholesterin liefern eindeutige Ergebnisse
Falsch!
Die wissenschaftlichen Studien zum Thema Cholesterin widersprechen sich zum Teil fundamental.
Die von der Pharmaindustrie in Auftrag gegebenen Studien kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass die Senkung eines zu hohen Cholesterinspiegels sich positiv auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung auswirkt. Auch wenn diese Studien - Dank der hervorragenden Presse- und Lobbyarbeit der Pharmaindustrie - um ein Vielfaches häufiger zitiert werden, kommen andere wissenschaftliche Untersuchungen oftmals zu gegenteiligen Ergebnissen.
5. »Functional-Food«-Produkte sind ideal zur Vorbeugung
Falsch!
So genannte »Functional-Food«-Produkte, beispielsweise Cholesterin senkende Margarine, sollten immer als Arzneimittel angesehen werden. In bestimmten Fällen kann - nach Rücksprache mit dem Arzt - die Verwendung solcher Produkte durchaus sinnvoll sein. Für den Durchschnittsbürger bergen diese Nahrungsergänzungsprodukte mehr gesundheitliche Risiken als Vorteile.
6. Die regelmäßige Kontrolle der Cholesterinwerte ist überflüssig!
Falsch!
Trotz aller Einschränkungen kann die regelmäßige Kontrolle der Cholesterinwerte durchaus sinnvoll sein, denn eine Abweichung von den individuellen Normwerten kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen.
Erhöhte Cholesterinwerte können ausgelöst werden durch eine Schilddrüsenunterfunktion, schlecht eingestellten Diabetes, chronische Erkrankungen von Leber, Niere und Galle sowie durch die Einnahme verschiedener Medikamente. Zu niedrige Cholesterinwerte kommen vor bei Leberschäden, einer Schilddrüsenüberfunktion, chronischen Infektionen und bei bösartigen Tumoren.
Keine Eigenmedikation!
Auf jeden Fall sollten Sie niemals - unter keinen Umständen - ärztlich verordnete Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt eigenmächtig absetzen oder die Dosis verändern. Ebenso im umgekehrten Fall: Es ist nicht sinnvoll - und unter Umständen sogar gesundheitsschädlich -, Cholesterin senkende Medikamente ohne ärztliche Verordnung einzunehmen oder auf Cholesterin senkende Nahrungsergänzungsprodukte zurückzugreifen.
7. Es gibt keinen Grund auf cholesterinhaltige Nahrungsmittel zu verzichten!
Falsch!
Lassen Sie sich von den widersprüchlichen Studien nicht in die Irre führen. Durch mehr Eigenverantwortung und bewusste Ernährung können Sie Ihren Gesundheitszustand verbessern und damit auch die Wahrscheinlichkeit dafür verringern, dass Ihr Arzt Ihnen irgendwann einmal Cholesterin senkende Medikamente verschreiben möchte.
Die Grundregeln sind seit vielen Jahren bekannt und ganz einfach:
Essen Sie möglichst frische, unverarbeitete Produkte
In unseren Nahrungsmitteln nehmen die gesättigten Fettsäuren immer mehr zu. Diese gehärteten, so genannten Transfette sind vor allem in vor allem in Fertig- und Fast-Food-Produkten enthalten und stehen in Verdacht, den Cholesterinwert negativ zu beeinflussen - im Gegensatz zu den ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auswirken. Je natürlicher und »unverarbeiteter« ein Lebensmittel ist, desto gesünder ist es.
Weniger Wurst und Fleisch und dafür mehr Obst und Gemüse
Es ist nicht sinnvoll, auf tierische Nahrungsmittel ganz zu verzichten. Aber wann immer sich die Gelegenheit bietet, sollten Sie die (eher ungesunden) tierischen durch (eher gesunde) pflanzliche Fette ersetzen. Greifen Sie bei Obst und Gemüse möglichst zu Bioprodukten und achten Sie auf eine bunte, vielfältige Mischung.
Viel Bewegung und regelmäßiger Sport
»Wir sitzen uns zu Tode!«. Einige Ernährungswissenschaftler sind davon überzeugt, dass nicht die Ernährung Hauptursache für Übergewicht, erhöhten Cholesterinspiegel und Gefäßkrankheiten ist, sondern die mangelnde Bewegung. Regelmäßiger Sport wirkt auf den Körper wie eine Verjüngungskur.
Zurück zur Übersichtsseite »Die größten Ernährungsirrtümer«
|
|