|
|
|
»Die neuen Spießer – Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft« ist eine längst fällige Abrechnung mit den konservativen Werten und Positionen der »Neuen Bürgerlichkeit« unternimmt Christian Rickens, Redakteur beim »Manager Magazin«, in diesem Buch und entlarvt Vorurteile, Mythen und Denkfehler der neubürgerlichen Propheten. (buchreport.de)
Die neuen Bürgerlichen sind auf dem Vormarsch. Sie klagen über den Niedergang von Familie, Glauben und Vaterland und fordern eine Rückkehr zu alten Werten. Doch was ist dran an ihren Thesen? Was ist Provokation, was irrationale Schwarzmalerei? Wo irren Schirrmacher, Hahne&Co.? Mit Intelligenz und Klarsicht hinterfragt Christian Rickens in seinem Buch »Die neuen Spießer – Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft« erstmals die Ideen und Positionen der neubürgerlichen Propheten und räumt mit deren Vorurteilen, Mythen und Denkfehlern auf. (Ullstein Verlag)
Familie, Glaube, Vaterland: Gebetsmühlenhaft posaunen die Vertreter der »Neuen Bürgerlichkeit« ihre konservativen Ansichten und Bedürfnisse ins Land – und niemand hält dagegen. Bis jetzt. Eine fällige Abrechnung. Die neuen Spießer sind auf dem Vormarsch. Sie wollen uns erzählen, dass der Zeitgeist konservativ sei und eine Rückkehr zu bürgerlichen Werten und Tugenden zwingend – nur so könne man Deutschlands Niedergang aufhalten. Doch was ist dran an den Thesen der »Neuen Bürgerlichkeit«? Was ist Provokation, was irrationale Schwarzmalerei? Wo irren Schirrmacher, Hahne & Co.? Mit analytischer Schärfe und Klarsicht hinterfragt Christian Rickens erstmals die Ideen und Positionen der neubürgerlichen Propheten und räumt mit deren Vorurteilen, Mythen und Denkfehlern auf. Denn in Wahrheit handelt es sich bei dem Phänomen der neuen Spießer um den untauglichen Versuch, die Probleme von heute mit Rezepten von vorgestern zu lösen. (Amazon )
Die Streitschrift »Die neuen Spießer – Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft« wettert gegen »die neuen Bürgerlichen«. Oder anders akzentuiert: Christian Rickens kritisiert aus linksliberaler, alternativer Sicht die konservative Variante der »German Angst«, also deutsche Zögerlichkeit und ewigen Pessimismus.
So positioniert der Autor seine Argumente fein säuberlich aneinanderkonstruiert als Antwort und Abfuhr an Nolte, di Fabio, Schirrmacher, auch Herman und deren geforderte Wiedergeburt der Familie mit Mann als Ernährer plus Hausfrau, des rechten Glaubens und der Liebe zum Vaterland. Dem setzt der Mittdreißiger ganz im Sinne Sir Karl Poppers eine offene Gesellschaft entgegen.
Faktisch geht in Deutschland die Einkommensschere auseinander, und der Staat verliert durch die Globalisierung an politischem Spielraum. Nichtsdestotrotz warnt Rickens vor dem klassisch konservativen Denkmuster, den stetigen Wandel mit Niedergang gleichzusetzen. »Wer Deutschland erneuern will, muss das politische System reformieren, nicht die Menschen umerziehen«, ist der Wahlhamburger überzeugt. Den angeblichen Werteverfall sieht Rickens als Wertewandel, der in die richtige Richtung gehe. Den Nationalstolz wiederum will Rickens auf Verfassungspatriotismus und Heimatliebe einpendeln. Und der Redakteur des »Manager Magazin« verficht entschieden die Idee einer Grundsicherung für jeden.
Das sehr persönlich, frisch und munter geschriebene Werk »Die neuen Spießer – Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft« seziert die neue Bürgerlichkeit ausdauernd, anschaulich und parteiisch. Es stört beispielsweise, dass der Autor zunächst unterschlägt, dass die meisten Einwanderer Jobs für Geringqualifizierte bräuchten, die wir heute nicht mehr haben – um genau diesen Aspekt beim Thema Arbeit und Bildung an besser passender Stelle für sich zu nutzen.
Unter dem Strich liegt Rickens großer Verdienst darin, gerade zu rücken, was aus dem rechten Lot zu laufen droht. Wer also wissen will, was an den neuen Konservativen faul sein könnte, sollte dieses Buch unbedingt lesen, ebenso gemäßigte Linke, die die altbewährten Argumente zu vergessen drohen. Zudem freuen sich all diejenigen an der Lektüre, die wie Christian Rickens gerne an die Zeit zurückdenken, als die schönsten Mädels mit den rotgrünen Jungs tanzten.
(Herwig Slezak, Amazon )
Christian Rickens, Jahrgang 1971, studierte Journalistik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität München und der London School of Economics. Nach drei Jahren als freier Wirtschaftsjournalist, unter anderem für Brand Eins, die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung, arbeitet er seit dem Frühjahr 2000 beim Manager Magazin als Redakteur im Ressort »Trends«. (Ullstein Verlag)
» Alle Infos zu
Christian Rickens
und
Die neuen Spießer – Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft
bei Amazon.de ansehen.
|